Menschenrechtsverletzungen an intergeschlechtlichen Personen in Deutschland

Zur besseren Planung freuen wir uns über Anmeldungen per Mail an: kontakt@amnesty-hochschulgruppe-leipzig.de

1. Workshop (10-11.30 Uhr)
Menschenrechtsverletzungen an intergeschlechtlichen Personen in Deutschland (Claude Beier)

Im Bericht „Zum Wohle des Kindes?“ (2017) dokumentiert Amnesty International Menschenrechtsverletzungen, denen Kinder und Erwachsene mit angeborenen Variationen der Geschlechtsmerkmale in Deutschland und Dänemark ausgesetzt sind. Medizinisch unnötige Eingriffe, die versuchen mehrdeutige Geschlechtsmerkmale auf das binäre Mann-Frau-Geschlechtermodell zu „normalisieren“, führen zu schweren Menschenrechtsverletzungen bis hin zu Folter. Für viele Kinder mit Variationen der Geschlechtsmerkmale sind diese unnötigen medizinische Behandlungen auch heute noch eine Gefahr.

Der Workshop ist für alle geeignet, die keine Vorkenntnisse haben und sich fragen: „Was ist Intergeschlechtlichkeit? Was gibt es in diesem Zusammenhang für Menschenrechtsverletzungen?“ Zum Einstieg sehen wir die Dokumentation „Männlich oder weiblich“ (WDR, 2018), in der intergeschlechtliche Menschen selbst zu Wort kommen. Danach gibt es Raum für eure Fragen und ganz konkrete Ideen, wie ihr euch einsetzen könnt, um diese bisher oft unbekannten Menschenrechtsverletzungen zu beenden!

Claude Beier ist bundesweit seit 2014 für Queeramnesty / Amnesty International als Referent*in und in der Menschenrechtsbildung für den Themenbereich „Menschenrechtsverletzungen und LGBTI“ unterwegs. Claudes Schwerpunkte sind die Menschenrechtssituationen von trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Europa.

2. Workshop (12.00 -13.30 Uhr)
Inter*, Trans* und der dritte Geschlechtseintrag: Möglichkeiten und Herausforderungen einer solidarischen Zusammenarbeit (Joris Gregor & Nick Heinz)

In unserem Workshop möchten wir uns anschauen, welche Rolle der dritte Geschlechtseintrag für trans* und inter* Menschen spielt: zum einen hinsichtlich der neu eröffneten Möglichkeiten, zum anderen hinsichtlich der möglichen Herausforderungen für die gemeinsame politische Arbeit.
Zunächst werden wir erläutern, was eigentlich Inter* und Trans* bedeutet und welche Unterschiede es gibt. Hier habt ihr die Möglichkeit, offene Fragen zu klären. Im Anschluss widmen wir uns der Geschichte des Transsexuellengesetzes (TSG) und des dritten Geschlechtseintrags. In Kleingruppen setzen sich die Teilnehmenden mit verschiedenen trans* und inter*Perspektiven auf den dritten Geschlechtseintrag auseinander und arbeiten heraus, wo sie Unterschiede und Gemeinsamkeiten entdecken. Die Ergebnisse besprechen wir in einer Plenumsdiskussion und lernen die Diversität der Positionen zum Thema kennen.
Ziel unseres Workshops ist es, die Bedeutung des dritten Geschlechtseintrags für die beiden Gruppen zu verstehen und die Unterschiede zwischen den Bedürfnissen und politischen Forderungen der jeweiligen Aktivist*innen kennenzulernen.

Joris Gregor macht seit Beginn seines Studiums in verschiedenen Städten queer_feministisch-antisexistische Politarbeit und setzt sich seit einigen Jahren für die Menschenrechte von inter* Menschen ein. Joris lohnarbeitet als wiss. Mitarbeiter*in am Institut für Soziologie der Uni Jena.

Nick Heinz ist LGBTIQ*Aktivist in Leipzig mit Schwerpunkt auf Trans*-Themen.